Kirchtürme recken sich in den
Himmel, geschmückt mit Kreuzen und anderen religiösen Insignien.
Der Tabernakel, das Allerheiligste auf dem Hochaltar.
Die Wandlung, das Opfer.
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Der Heilige Geist , der Allmächtige. Die Unbefleckte
Jungfrau, Der Zimmermann.
Die Bänke zum Hinknien, Das Taufbecken, die Orgel
,der Organist .
Die
Gesänge, der mächtige Eindruck, die Schuld , die Erbsünde
.
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Das Wort Gottes, ein Instrument
der Macht.
Die
substanzlose Erlösung , die irgendwo stattfindet.
Natürlich nicht hier und erst nach dem Tod.
Der Himmel, die Hölle, die goldene Harfe, das Fegefeuer und das ewige Feuer , der ewige Brand.
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Das sind ja alles Aussichten. Viele Worte für den Kopf
und die Phantasie.
Dunkle
Phantasien, Feuersbrunst.
Die Spende für die roten Schuhe des Papstes. Die
akribische Theologie.
Der pubertäre alte senile Papst. Leere alte Gesten. Gefaltete Hände. Gütige Drohgebären.
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Das Unheil hängt über Dir. Du trägst
es in Dir. Du bist es. Du hast keine Chance.
Bezahl ein bisschen Geld um den
Schmerz deiner toten Angehörigen zu lindern,
die massenhaft in der Hölle
schmoren.
Kaufe
etwas Ablass für Sie, erleichtere dich und bezahle.
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Wie schade, wie traurig. Immer auf ein Neues wird in die Quelle der Weisheit geschissen.
Das Wasser kristallklar und frisch
sprudelt noch. Kommt es an die Oberfläche, hat es sich
in schmutzige Jauche verwandelt und besudelt die Welt.
Die gute, alte, starke Quelle wird verleugnet.
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Wilde religiöse Ohnmachten
werden ans Volk gebracht. Wilde brutale Kreuzzüge organisiert.
Und johlend, in strenger Formation, martialisch gerüstet durch die Welt geritten.
Alles was nicht niet und nagelfest
ist wird mitgenommen und dem Stellvertreter Gottes dargebracht.
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Koloßartige Erektionen, sozusagen in Stein gemeißelt im Outfit des aktuellen Zeitgeist,
werden in den Himmel gebaut und
versauen die Aussicht. Sie stehen starr im Wind und fallen
um, wenn die Erde bebt und Ihre unberechenbare Macht entfaltet.
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Das Geld flattert dann im Wind und ist nichts wert.
Billige Symbole auf wertlosem Papier.
Zweipfennigsillusionen
für die der kleine Mann hart
arbeitet und sich etwas dafür kaufen möchte.
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Leckere
Thüringer Rostbratwürste, fettige Reibeküchen, Krippen in Glaskästchen .
Ein heißer, gezuckerter Glühwein für die Mama. Etwas Zuckerwatte für das Kleine.
Ein gelackter roter Pardiesapfel
für das kindliche Gemüt.
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Mein
Unterbewußtssein spült Gedanken und Bilder an den Strand.
Es ist freundlich und gibt mir Hinweise,
wie ich mich am besten selbst zu meinem eigenen Wohl
demontieren kann, damit ich nicht an meiner Erziehung ersticke, die kreuzzugartig in mir herumtobt,
und meinem
Leben ein Ende setzten will, meinem eigenständigen Leben was
nicht frei sein darf ,
weil es dann vermeintlich unberechenbar und persönlich,
vielleicht sogar mitfühlend wird.
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Persönlichkeit wird gekauft und nicht erworben .So soll es sein.
So muss es sein , so wird es sein.
Fanatisches Feuer verbrannte unser Land. Uniformträger erfreuten sich am Marschschritt.
Sie ließen sich bereitwillig
heisere, böse Worte ins Ohr blasen und nahmen untertänig am Veitstanz
einer dämonischen, perfiden alles verachtenden Gurkentruppe
teil.
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Die Magie der Verführung gewann
sichtbar die Oberhand. Es wurde etwas zum anklagen gesucht.
Man wurde fündig und die Öfen wurden angeworfen. Menschen vergast und verbrannt.
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Alles wurde verspielt und ist für lange verloren.
Der Geist der Verführung hatte kurzzeitig
nichts mehr zu essen und flackerte etwas lau über Trümmerlandschaften, Leichenbergen,
Baracken und in Lumpen gekleideten
Menschen.
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Es muß so schlimm gewesen
sein, dass grosses Schweigen ausbrach.
Der Schmerz war so groß, dass man eiligst
wieder aufbaute, was daniederlag.
Das Schweigen blieb.
Man sehnte sich nach Werten und fand den Schützenverein
mit den alten Schutzpatronen, die keiner kennt.
Gute alte Fahnen die nicht besudelt
waren konnten kaum gefunden werden.
Es gab nichts was man durchs Dorf hätte tragen können.
Freude und Betäubung wurden dasselbe.
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Das Echo der Vergangenheit erklang manchmal noch leise.
Die letzten Idealisten erlagen Sich selbst.
Sie hielten den Hass auf Kriegstreiber und noch gesichtsloseren Machtmenschen
für eine gute Kraft,
schufen kleine mickrige Kriegsschauplätze und malten das
RAF Zeichen auf billiges Schreibmaschinenpapier.
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Es wurden Waschzettel fürs Menschsein geschrieben und dem Beruhigungsmittel beigelegt.
Es wurde fürs Produkt geworben
und das Design ständig überarbeitet.
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Sogar der Behinderte wurde berücksichtigt.
Nachdem man Ihn nicht mehr tötete und jahrelang zum dreckigen Rest sperrte,
zuckte ein bisschen Menschlichkeit im untertänigen Gemüt .
Nach wie vor vergaß man die Macht zu zügeln.
Zu viele kleine
und große Graumänner toben in
Ihren quadratischen Amtsstuben verteidigen und schützen das kleine bisschen Macht,
das Sie sich instinktsicher erkrochen haben .
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Sie entwerfen Utopien jeglicher Art und zeigen Sie hündisch Ihrem nächsten Vorgesetzten.
Ihre Verwirklichung ist Ihnen letztlich
völlig egal.
Da
Ignoranz allgemein üblich ist, fällt das ohnehin nicht auf.
Die supermoderne Technik schafft die Distanz, die man braucht um so denken zu können.
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Man muss nichts sehen und denkt sich alles selber
aus.
So verschwindet
der Kontakt mehr und mehr aus unserem Leben
und damit jede Möglichkeit
sich zu berühren.
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Stattdessen werden Locations und Laungebars aufgesucht, wo man sich modern mit grünen
Cocktails selbst beweihräuchert
und dies mit dem Leben verwechselt.
Zum Schlafen geht man nach Hause und findet sicher noch ein Spielzeug was attraktiv,
cool und zeitgemäß ist, um seine Einsamkeit nicht zu spüren.
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Govind Geuenich